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SWISSSOLARCARD

Swiss Solarcard - ein Erfahrungsbericht

(Gunnar B. / DE - Kiel)


Jeder kennt das: man plant eine kleine oder große Reise und beim Zusammenstellen der Gepäckliste tauchen Dinge wie GPS-Empfänger, Mobiltelefon, Radiowecker oder ähnliches auf. Und damit zwangsläufig auch die Frage nach der Energieversorgung. Um es kurz zu machen: Batterien wollte ich nicht benutzen, also mussten Akkus herhalten. Aber mehrere Sätze mitnehmen, die sich dann schon vor Gebrauch zumindest teilentladen schien mir auch ein eher schlechter Kompromiss. Die endgültige Variante bestand dann aus vier NimH-Akkus plus zwei Standard-AA-Batterien nebst einem Solarladegerät.

Da der Markt nicht gerade reich an solchen Dingen ist und außerdem selbst in Outdoor-Foren kaum Testurteile oder Erfahrungsberichte zu finden sind gestaltete sich der Kauf zu einem Glücksspiel. Denn laut Werbung ist bekanntlich jedes Gerät das Nonplusultra und bei praktischen Überlegungen bezüglich der Ladezeit für bestimmte Geräte oder der Wetterfrage helfen Broschüren oder Websites wenig bis gar nicht.

Versorgen wollte ich mit dem Solarlader ein Nokia N95 Mobiltelefon sowie einen Garmin Vista Hcx GPS-Empfänger – nicht im Dauerbetrieb aber doch mal für ein oder zwei Stunden, beziehungsweise mehrmals täglich zum Überprüfen der Position. Das beide Geräte vor Reiseantritt komplett geladen waren ist klar, allerdings wusste ich auch vor der geplanten Norwegen-Tour dass die Temperaturen von Bodenfrost bis sommerliche 20 Grad Celsius reichen würden manchmal ein Problem für Akkus.

Ich entschied mich aus Gründen der Robustheit sowie des einfachen Aufbaus für die SwissSolarcard – zugegebenermaßen hat mich aber auch die Behauptung der höheren Effizienz speziell bei teilweiser Abschattung gereizt.

Ich benutzte das Ganze inklusive Adapterset und „mobile power booster“: ein handlicher Akkupack von Swissbatteries bestehend aus zwei NimH-Akkus in einem externen Gehäuse mit Taschenlampenfunktion – braucht man nicht unbedingt, schadet aber nicht und ist ebenfalls sehr robust.

So ausgestattet trat ich die Reise an und erlebte viel Licht und ein wenig Schatten: zum Lieferumfang gehörte eine Hand voll kleiner Adapter, das macht die Solarcard sehr flexibel. Andererseits muss man bei einer ungünstigen Gerätebeschaffenheit manchmal bis zu drei Adapter zwischen Solarpanel und Endverbraucher schalten, das belastet die Steckbuchsen doch erheblich und gerade bei Rucksacktouren ist das Ganze dann etwas sperrig.

Mit dem N95 klappte das alles prima: nur ein Adapter ist nötig, dann kann telefoniert werden. Testweise schloss ich das Handy bei regnerischem Himmel an und verdeckte zusätzlich noch die halbe Panelfläche mit einem Prospekt: dennoch bekommt das N95 noch genug Energie von der Solarcard um diese als externe Stromversorgung zu erkennen und betriebsfähig zu bleiben. Klasse!!! Wirklich sehr nützlich denn selbst wenn mein Geräteakku total platt ist, kann ich noch eine Nachricht verschicken oder den nötigen Notruf tätigen. Da haben die Marketingleute bei Swissbatteries nicht zu viel versprochen, die Leistung ist o.k. Gleiches gilt für den Ladebetrieb bei voller Sonneneinstrahlung, neun Viertelstunden genügten um das N95 am sonnigen Nachmittag komplett zu laden – das ist ein wenig mehr als mit Nezteil aber meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Soweit ein großes Lob an die Entwicklungsabteilung.

Leider musste ich fesstellen, dass Garmin-Geräte nur im eingeschalteten Zustand die Versorgung über die Mini-USB Schnittstelle zulassen - und dann nebenbei auch die Akkus geladen werden können. Wer also den GPS-Empfänger mit Strom versorgen will sollte die Solarcard mit der optional erhältlichen Ladeschale für AA-Akkus kaufen. Einen Satz Akkus ins GPS einlegen, einen zum Puffern oder Laden in die Ladeschale sowie einen Satz Batterien für den Notfall. Dann hat man mit der Solarcard auch für diese Anwendung ein tolles Produkt parat.

Die Befestigungsmöglichkeiten des Panels sind noch verbesserungsfähig: zwar gibt es zwei Ösen zur Befestigung, allerdings sind diese sehr klein und befestigen die Solarcard nur an einer Seite.

Da man im Laufe einer Tour den Wind aber aus verschiedenen Richtungen bekommt, musste ich improvisieren – war kein wirkliches Problem, aber für den Nachfolger wünsche ich mir vier Schlitze für die im Outdoorbereich gängigen 19mm-Flachgurte. Die restliche Verarbeitung der Card überzeugte mich: Das Anschlusskabel ist zugentlastet, durch die Laminierung ist das Panel nicht nur völlig unempfindlich gegen Wettereinflüsse, es ist zusätzlich sehr leicht und fällt im Reisegepäck wirklich nicht auf. Mittlerweile hat mein Panel zwei fingernagelgroße deutlicheDruckstellen, was zu meiner Überraschung der Funktion bis heute allerdings keinen Abbruch tut. Stark geknickt werden darf die Solarcard natürlich nicht, leicht biegen ist kein Problem – ich transportierte sie immer im Frontflap meines Rucksacks.

Der „mobile power booster“ brachte für mich keinen wirklichen Vorteil: zwar kann er sowohl per Solarpanel als auch über die USB-Schnittstelle eines PC geladen werden und die Energie dann zum Beispiel über Nacht wieder an einen Verbraucher abgeben. Beim GPS von Garmin funktioniert das jedoch nicht, da das Gerät eingeschaltet sein muss – am nächsten Morgen sind die Akkus dann wieder leer. Und sowohl Mobiltelefon wie GPS kann ich auch direkt an den PC hängen. Trotzdem ist der „booster“ robust gemacht und die enthaltenen Akkus können bei Defekt auch erneuert werden.

Über die im Lieferumfang enthaltenen Ladegeräte für Kfz-Steckdose sowie 230V-Netz habe ich mich dagegen sehr gefreut. Mein Tipp: überlegt euch, welche Geräte ihr auf Tour unbedingt braucht und besorgt dann die Solarcard mit entsprechendem Zubehör. Für mich heißt das: für das nächste mal muss ich noch die AA-Akku-Ladeschale besorgen.

Dann ist die SwissSolarcard rundum empfehlenswert, speziell wenn die eine oder andere Änderung in die Produktion einfließt. Das Preis-Leistungverhältnis bewerte ich als sehr empfehlenswert!!!

Gunnar B. / DE - Kiel

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